Bedeutung der Seelotsen

Schiffsverkehr in der Deutschen Bucht
Schiffsverkehr in der Deutschen Bucht

Seit vielen Jahrhunderten suchen sich Kapitäne für die Fahrt in unbekannten Revieren Lotsen zur ortskundigen Beratung. In den Anfangsjahren haben diese damals eher seltene Aufgabe örtliche Fischer übernommen. Mit der Ausweitung des Seehandels seit den Zeiten der Hanse wurden Lotsen häufiger gesucht. Aber erst im Laufe der Zeit – beginnend in der Mitte des 17. Jahrhunderts – setzte sich eine Professionalisierung des Berufs durch. Die Qualifikation musste in Prüfungen nachgewiesen werden. Lotsenannahmepflichten wurden eingeführt.

In früheren Jahrhunderten ging es vornehmlich darum, die nach heutigen Maßstäben relativ kleinen, von See kommenden Schiffe mit ihren Ladungen und Besatzungen sicher in den Hafen oder zurück nach See zu bringen. Allerdings ruhte der Schiffsverkehr in den Wintermonaten vielfach wegen der Vereisung der Schifffahrtswege und Häfen. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Bedeutung des Lotswesens grundlegend gewandelt. Zu beobachten ist ein stetiges Anwachsen der Schiffsgrößen in geradezu dramatischer Weise. Die Veränderungen im Containerverkehr und die Vergrößerung der Schleusen des Panamakanals haben dazu ihren Beitrag geleistet. Das von den Schiffen im Falle einer Havarie ausgehende Gefahrenpotenzial erhöht sich entsprechend. Der globale Güterumschlag nimmt ebenfalls stark zu. Millionen Arbeitsplätze in Deutschland sind längst von einem sicheren und reibungslosen Schiffsverkehr auf Jade und Weser abhängig. Das gilt gleichermaßen auch für die anderen Lotsreviere. Deutschland nimmt dabei mit seinen Seehäfen als Warendrehkreuz Nordeuropas und mit der daraus resultierenden Verkehrsdichte eine Sonderstellung ein.

Diese Entwicklung geht einher mit einem wachsenden Bewusstsein für die Umwelt und dem daraus entstandenen Bedürfnis der Gesellschaft nach Naturschutz. Und spätestens seit man sich der Einzigartigkeit des “Nationalparks Wattenmeer” bewusst ist, durch den die Fahrwasser von Ems, Jade, Weser und Elbe führen, kommt den heute hier tätigen Seelotsinnen und Seelotsen nicht zuletzt auch eine wichtige Rolle im Umweltschutz zu. So geht unser Auftrag weit über die sichere Schiffspassage von See zum nächsten Hafen hinaus und umfasst auch den Schutz der Umwelt. Vor diesem Hintergrund liegt die ständige Sicherung der relativ flachen und engen Schifffahrtsstraßen mit ihrer hohen Verkehrsdichte im wirtschaftlichen und ökologischen Interesse der Bundesrepublik und den hier lebenden und arbeitenden Menschen.

Die aktuell zwischen Ems und Stralsund tätigen etwa 800 Seelotsinnen und Seelotsen sind in sieben sogenannten “Lotsenbrüderschaften” zusammengeschlossen. Sie unterliegen als Körperschaften des öffentlichen Rechtes direkt der Aufsicht der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS), einer Behörde im Geschäftsbereich des Bundesverkehrsministeriums.

So sorgt der Seelotse heute nicht nur für eine sichere Passage von See zum nächsten Hafen. Längst schon sind Millionen Arbeitsplätze von einem sicheren und reibungslosen Schiffsverkehr auf Jade, Außen– und Unterweser (sowie natürlich auch auf den anderen Revieren) abhängig, womit die Sicherung der Schiffahrtsstraßen im Interesse des Bundes liegt. Deutschland nimmt dabei mit seinen Seehäfen als Warendrehkreuz Nordeuropas mit der daraus resultierenden Verkehrsdichte eine Sonderstellung ein. Daher sind die zwischen Ems und Stralsund tätigen etwa 700 Seelotsen heute als Bundeslotsen in sieben sogenannten “Brüderschaften”, welche Körperschaften des öffentlichen Rechtes sind, zusammengeschlossen und unterliegen direkt der Aufsicht der Wasser- und Schiffahrtsdirektionen.
Und spätestens, seit man sich der Einzigartigkeit des “Nationalparks Wattenmeer” bewusst ist, durch welches die Fahrwasser von Ems, Jade, Weser und Elbe führen, kommt den hier wirkenden Seelotsen nicht zuletzt auch die Rolle eines Umweltschützers zu.