Versetzsystem

Weser

Weserausgehende Lotsungen beginnen entweder mit dem Verlassen des Hafens von Bremerhaven oder mit der Übernahme eines von Bremen, Brake oder Nordenham kommenden Schiffes. Im letzteren Fall werden wir – auch einkommend – von der Geeste aus mit den Versetzern “Weserlotse” oder der „Visurgis“ versetzt bzw. ausgeholt. 

Schiffe, die in Bremerhaven liegen, werden natürlich von Land aus oder in den Schleusen besetzt.

Seewärtig erfolgt die Ausholung des Seelotsen abhängig vom Freibord des Schiffes entweder per Boot oder ab einer Freibordhöhe von 3 m per Swath-Tender. Der Seelotse wird dann auf das Lotsenstationsschiff „Weser“ übergesetzt, wo er auf „sein“ einkommendes Schiff wartet. 

Von Schiffen, die ihren Bordlotsen gemäß ihrer Annahmepflicht erst in der Deutschen Bucht entlassen dürfen, wird der Seelotse per Helikopter ausgeholt. Der Helikopter kommt auch zum Einsatz, wenn das Lotsenstationsschiff aufgrund schlechten Wetters nicht auf Außenposition arbeiten kann, was dann der Fall ist, wenn die Versetzung der Lotsen zu gefährlich wird. Das Stationsschiff zieht sich dann auf die Innenposition auf die “Hoheweg Reede“ zurück, von wo aus die kleineren Einheiten bis 170 m Länge bearbeitet werden. Größere Schiffe erhalten Ihren Bordlotsen dann per Helikopter auf der normalen Außenposition und wird er wird dort auch per Heli ausgeholt. 

 
Jade

Die Schiffe auf der Jade starten immer von Wilhelmshaven aus und werden somit ausgehend immer von Land aus besetzt. 

Der Hafenlotse wird per Lotsenboot ausgeholt.  Jadeschiffe passieren seewärtig ebenfalls das Lotsenstationsschiff „Weser“, wo der Seelotse ausgeholt wird. Analog zur Weser erfolgt die Ausholung per Heli, wenn das Schiff den Bordlotsen erst in der Deutschen Bucht entlassen kann.

Arbeitet die „Weser“ auf Innenposition, wird der Seelotse der Jade bereits in Höhe der „Schillig Reede“ ausgeholt und das Schiff per Landradar weiter gelotst, der Seelotse auf größeren Schiffen wird per Heli von der normalen seewärtigen Versetzposition ausgeholt. 

Lotsenstationsschiff auf Innenposition: Wenn das Lotsenstationsschiff wegen schlechten Wetters auf Innenposition zw. den Tonnen 17/19 auf der Hoheweg Reede operiert, können einkommende Schiffe grundsätzlich erst hier mit einem Bordlosten besetzt werden bzw. verlässt der Bordlotse ausgehende Schiffe an dieser Position. Für kleinere, lotsannahmepflichtige Schiffe wird die Lotsung zw. seewärtiger Versetzposition und der Innenposition des Lotsenstatiosnsschiffes über UKW als Radarberatung wahrgenommen. Auf Schiffen, für die dies aufgrund ihrer Größe oder wegen anderer Gründe nicht möglich ist, wird der Bordlotse per Hubschrauber versetzt bzw. ausgeholt. Ist dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich (Helis fliegen nicht, Schiff kann nicht angeflogen werden, Wunsch des Agenten) muss der Lotse ggf. bis zum nächsten Hafen „mitsegeln“ oder Schiffe mit Bestimmung Bremerhaven bereits im Abgangshafen besetzen.

Interpolation: Die unter 3) erwähnte Interpolationsregel gem. Revierlotsverordnung besagt, dass Schiffe, deren Maße (Länge und Breite) knapp an den Grenzwerten für die Annahmepflicht liegen, beispielsweise ggf. eine Überlänge im Verhältnis 1:10 gegen eine Unterbreite verrechnen können. Das bedeutet, dass sie für jeden abgezogenen Längenmeter einen Breitendezimeter addieren müssen und umgekehrt. So können maximal 5 Meter der Schiffslänge abgezogen werden, wenn gleichzeitig 50 cm in der Breite addiert werden und umgekehrt. Beispiel: eine Seeschlange hat die Länge 94 m und die Breite 10,50 m. Nach Interpolation Länge – 5 m / Breite + 50 cm hat die Seeschlange eine Länge von 89 m und eine Breite von 11 m und liegt mithin unterhalb der Maße für die Lotsannahmepflicht. Wichtig ist, dass beide Werte nach der Interpolation unterhalb der Genzen liegen.